Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor

Visualisierung: So soll der Umsteigebereich zwischen den Geschossen am Sendlinger Tor aussehen, Foto: SWM/MVG
Mehr Platz: Für das Umsteigen zwischen den beiden Bahnsteigebenen am Sendlinger Tor soll in Zukunft mehr Platz zur Verfügung stehen

Bis 2022 wird Knotenpunkt im Nahverkehr modernisiert und erweitert

Der Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor ist in vollem Gange: Seit März 2017 bis voraussichtlich 2022 modernisiert und erweitert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) den wichtigen Knotenpunkt im U-Bahnverkehr. Der Betrieb läuft durchgehend weiter, allerdings müssen sich Autofahrer an der Oberfläche auf Umleitungen einstellen. Mehr zu den Planungen der MVG.

Bahnhof am Sendlinger Tor erhält nach 45 Jahren ein neues Gesicht

Visualierung: So soll die Bahnsteigebene U3 / U6 am Sendlinger Tor aussehen, Foto: SWM/MVG
Visualisierung: So sieht die Bahnsteigebene der U3/U6 in wenigen Jahren aus

Der Spatenstich ist erfolgt: Die Umbauarbeiten an einem der wichtigsten Bahnhöfe im gesamten U-Bahnnetz der MVG. Unter laufendem Betrieb wird der Knotenpunkt im Nahverkehr saniert, modernisiert, umgestaltet, barrierefrei ausgebaut, in Sachen Brandschutz ertüchtigt und erweitert. Die Arbeiten sollen bis zum Jahr 2022 andauern.

Am Sendlinger Tor treffen auf zwei Bahnsteigebenen die Linien U3 und U6 beziehungsweise U1, U2 und U7 aufeinander. Die nun anstehende Sanierung, Modernisierung und Erweiterung soll die Leistungsfähigkeit der Station steigern. Teilweise ist das Bauwerk unter der Sonnenstraße und dem Sendlinger-Tor-Platz über 45 Jahre alt. Eindringende Chloride haben sich teilweise in den Beton gefressen und die Fugen und Zugänge in Mitleidenschaft gezogen. Bei der Sanierung soll auch die gesamte technische Ausstattung des Bahnhofs erneuert werden.

Beim Umbau soll außerdem die Engstelle beseitigt werden, die sich angesichts ständig steigender Fahrgastzahlen besonders beim Umsteigen zwischen den Bahnsteigebenen gebildet hat. An den zentral gelegenen Treppenanlagen kommen sich die Fahrgastströme oft in die Quere, es entstehen Rückstaus und Wartezeiten. Dies soll sich in Zukunft grundlegend ändern.

Diese zentralen Maßnahmen sind geplant

Visualisierung: So soll das Sperrengeschoss im U-Bahnhof Sendlinger Tor aussehen, Foto: SWM/MVG
Neue Optik: Das Zwischengeschoss verfügt nach dem Umbau über eine schwarze Decke und neue Leuchten

Drei zentrale Maßnahmen sollen die derzeitigen Engpässe am Sendlinger Tor beheben. Erstens entsteht auf der Ebene der U1/U2 durch einen neuen Bypass mehr Platz für die Fahrgäste. Zweitens werden die bestehenden Verbindungstreppen zwischen den Bahnsteigen zum Teil gedreht, neu angeordnet und erweitert, damit es weniger Staus und Querungen gibt. Drittens sollen zwei neue Erweiterungsbauwerke zwischen den beiden Röhren der U1/U2 zur Entlastung beitragen. Die Bauwerke am Nord- und Südende der Röhren sollen neue Zugänge zum Zwischengeschoss bzw. direkt zur Oberfläche an der Blumenstraße schaffen. Zusätzlich will die MVG im Zuge der Arbeiten bestehende Zugänge erweitern, Aufzüge erneuern und bestehende Rolltreppen austauschen.

Auch optisch ändert sich einiges: Wenn die Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen sind, wird der U-Bahnhof Sendlinger Tor in ganz neuem Licht erstrahlen. Rund 5.000 Quadratmeter Wände werden in den Farben gelb und blau neu verkleidet, zudem erhält das Zwischengeschoss eine schwarz gestaltete Decke. LED-Beleuchtung soll für mehr Raumgefühl, Übersichtlichkeit, Orientierung und Sicherheit sorgen.

Die Maßnahmen auf der Ebene U1 / U2 im Überblick

Schaubild zu den Maßnahmen am U-Bahnhof Sendlinger Tor, Foto: SWM/MVG

Ab April ändert sich die Verkehrsführung an der Oberfläche

SWM und MVG haben bei den Planungen zur Großbaustelle Wert darauf gelegt, dass sich die Einschränkungen im Umfeld in Grenzen halten. So kann der Autoverkehr an der Oberfläche entlang der Sonnenstraße aufrechterhalten werden - es kommt jedoch zu Umleitungen. Auch innerhalb des Bahnhof läuft der Betrieb durchgehend weiter. Kleine Wanderbaustellen nehmen immer nur Teile des Bauwerks in Beschlag.

Richtig los ging es mit den Arbeiten im März 2017 - dann begannen die Tiefbauarbeiten. Für den Autoverkehr änderte sich ab April einiges: Die Sonnenstraße wird zum Teil verlegt, weil die Baugrube für die Herstellung des Erweiterungsbauwerks Sonnenstraße Platz benötigt. Für etwa zwei Jahre wird der Autoverkehr, vom Stachus kommend, über die Zufahrt zur Nußbaum- und Pettenkoferstraße und die Platzfläche vor der Kirche St. Matthäus geleitet. Auch in anderen Richtungen entfallen Abbiege- und Fahrspuren. Fußgänger- und Radfahrspuren werden beibehalten oder analog zur Straßenführung provisorisch verlegt.

Infos zur geänderten Verkehrsführung sowie Übersicht zur Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor

MVG-Chef Wortmann über den Umbau am Sendlinger Tor

Für Ingo Wortmann, SWM Geschäftsführer Verkehr und MVG-Chef, sind die Umbauarbeiten am U-Bahnhof Sendlinger Tor ein wichtiger weiterer Schritt bei der Erneuerung des inzwischen bis zu 50 Jahre alten Netzes. "Wir werden Schäden am Bauwerk beseitigen, die Leistungsfähigkeit und damit auch die Sicherheit erhöhen und die Bauzeit dafür nutzen, das abgenutzte Erscheinungsbild zu modernisieren. Wie das funktioniert, haben unsere Fachleute in den Bahnhöfen Münchner Freiheit, Hauptbahnhof und Marienplatz bereits erfolgreich unter Beweis gestellt." Dank der ausgefeilten Planung sei es trotz notwendiger Einschränkungen auch bei diesem komplexen und bedeutsamen Projekt möglich, den U-Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten.

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