Großübung von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften beendet

"Lelex" Großübung am Hauptbahnhof , Foto: dpa
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Tausende Einsatzkräfte probten den Ernstfall

(18.4.2018) Schüsse am Hauptbahnhof und ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften: In der Nacht ging die Großübung "Lelex" in München zu Ende. Dabei wurde unter realen Bedingungen das Vorgehen bei einem Terrorangriff oder Amoklauf geübt.

So lief die Großübung ab

Gegen 3:40 Uhr war die Großübung offiziell beendet. Vorangegangen waren mehrere Stunden voller Adrenalin: Rund 2.000 Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter probten am Hauptbahnhof sowie auf einem Trainingsareal der Münchner Polizei in Garching-Hochbrück den Ernstfall. Unter realen Bedingungen mit Schutzausstattung, Schreckschüssen, blutig geschminkten Verletzten und Blaulicht übten sie in der Nacht zum Mittwoch das Vorgehen bei einem Terrorangriff oder Amoklauf.

Wie die Polizei mitteilte, kam es am Hauptbahnhof zu einem gespielten Angriff von vier bewaffneten Tätern. Der erste Täter stach mit einem Messer im Starnberger Flügelbahnhof auf Passanten ein, während zwei Mittäter im Untergrund mit Schusswaffen agierten. Eine besondere Herausforderung im Zwischengeschoss waren die zahlreichen Personen, die den Einsatzkräften die Lokalisierung der Täter erschwerte. Ein vierter Täter befand sich in einem Zug am Bahnsteig des Starnberger Flügelbahnhofes und schoss dort auch auf Passanten. Die Täter wurden durch Kräfte des Polizeipräsidiums München und der Bundespolizei bekämpft. In Garching-Hochbrück musste unter anderem auch eine Geiselnahme gelöst werden.

Um die Übung noch realistischer zu halten, wurden über Mitteilungen am Notruf sowie über die sozialen Netzwerke über 1.500 Meldungen, Hinweise und Anrufe eingespielt, die zahlreiche Gerüchte und Fehldeutungen beinhalteten. Dieses hohe Informationsaufkommen stellte die übenden Einsatzkräfte vor zusätzliche Herausforderungen, da hier relevante von unwichtigen Informationen getrennt und Gerüchte oder tatsächliche Hinweise schnell und sicher erkannt werden mussten.

Aktion diente der "Zusammenarbeit"

Schwerpunkt der Aktion «Lelex» sei die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen gewesen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Anschluss an den Hauptteil der Übung - das Überwältigen der fiktiven Täter.

Die Übung wurde an den Ereignisorten, im Präsidium und im Führungsstab sowie in den Fachdienststellen von Schiedsrichtern begleitet. Diese dokumentierten die Entscheidungen und Maßnahmen der übenden Einsatzkräfte und stellen ihre Erkenntnisse nun als wichtigen Baustein für die anstehende Aufbereitung der Übung zur Verfügung.

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä und der Leiter der Bundespolizeidirektion München, Karl-Heinz Blümel, zogen eine positive Zwischenbilanz. Die Polizisten hätten professionell und schnell gehandelt, sagte Blümel. Die Übung soll nun nachbereitet werden, um zu ermitteln, wo Abläufe noch verbessert werden müssen.

(muenchen.de/dpa)

Die wichtigsten Fakten zur Großübung „LELEX“

Was ist der Hintergrund?
Rettungskräfte der Münchner Polizei, Bundespolizei und Berufsfeuerwehr übten, wie sie ein größeres Schadensszenario abwickeln und Abläufe im Ernstfall optimieren können.

Was waren die wichtigsten Uhrzeiten?
Die Übung begann gegen Mitternacht am Hauptbahnhof, der nördliche Teil war hierfür bis Mittwochfrüh um 4 Uhr gesperrt.

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