"Astro-Alex" Gerst ist zur Raumstation ISS gestartet

ESA Astronaut Alexander Gerst, Foto: ESA - S. Corvaja
Foto: ESA - S. Corvaja

Warum in der Nähe von München besonders eifrig mitgefiebert wurde

(6.6.2018) Gelungener Start! Vier Jahre nach seiner ersten Mission ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst heute erneut ins All gestartet. "Astro-Alex" fliegt mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS starten. An einem Ort in der Nähe von München wurde besonders mitgefiebert.

Start der Sojus-Rakete ist geglückt

Alexander Gerst, Spacewalk, 2014, Foto: ESA/NASA
Foto: ESA/NASA

Der Start ist geglückt, Alexander Gerst ist unterwegs in den Weltraum. Das hat besonders seine Kollegen in Oberpfaffenhofen bei München gefreut, denn im dortigen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat man der neuen Mission besonders entgegengefiebert.

Der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde wird etwa zwei Tage dauern. Gut sechs Monate soll der promovierte Geophysiker in dem fliegenden Labor bleiben. Teil der Mission sind etwa 300 Experimente, darunter 41 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch ein auf Sprachbefehle hörender Roboter ist mit an Bord - mit dem Projekt «Cimon» testet das DLR künstliche Intelligenz. Alexander Gerst wird außerdem einem humanoiden Androiden des DLR in Oberpfaffenhofen Kommandos auf der Erde geben, sodass dieser weitgehend autonom Aufgaben lösen kann. Wissenschaftler aus Oberpfaffenhofen bei München betreuen ihn bei einigen seiner Experimenten im Weltraum. Die Projekte sollen Innovationen für Anwendungen in der robotischen Industrieproduktion, der Medizin und Pflege sowie der Bildung vorantreiben.

Große Emotionen gab es bei Europas Raumfahrtchef Jan Wörner. Am Tag vor dem Raketenstart habe er Gerst gesagt: «Alex, weißt du, du könntest mein Sohn sein», sagte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) am Mittwoch. Gersts Heimatort Künzelsau feiert den Flug ihres Ehrenbürgers mit einem Stadtfest.

Vor vier Jahren war Gerst bereits im All (Foto). Wie wohl kein ISS-Mitglied zuvor hatte er die Welt über Social-Media-Botschaften und Fotos an seinem Abenteuer teilhaben lassen. Über Twitter ließen in den vergangenen Tagen etliche Fans verlauten, sie hofften auch dieses Mal wieder auf möglichst viele Eindrücke und Bilder aus dem All.

Gerst wird erster deutscher ISS-Kommandant

Sojus-Rakete, Foto: ESA–S. Corvaja
Foto: ESA–S. Corvaja

"Stimmung in der Crew ist super. Beobachten desinteressierte Kamele am Wegesrand", twitterte der 42-Jährige am Morgen während der Busfahrt vom Hotel zum Startkomplex.

Beim Verlassen des Kosmonautenhotels strahlte "Astro-Alex" und winkte in seinem blauen Overall in die Menge. Er fliegt gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor. Zeitweise soll er bei der Mission "Horizons" (Horizonte) Kommandant der ISS sein - als erster Deutscher überhaupt. 2014 hatte Gerst rund sechs Monate als Bordingenieur auf der Internationalen Raumstation verbracht.

Am Morgen genoss Gerst ein letztes Mal alltägliche Dinge auf der Erde. "Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht", twitterte er. Zum Frühstück gab es demnach Kascha, eine Art Grütze zum Beispiel mit Buchweizen oder Haferflocken. Dann unterschrieb die Crew auf den Türen ihrer Hotelzimmer - eine von vielen russischen Raumfahrttraditionen.

(dpa/muenchen.de)

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