Mahnwache für tödlich verunglückten Jungen

Mahnwache für den verstorbenen 11-jährigen Radler., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Zahlreiche Menschen trauern um den 11-jährigen Buben

(21.5.2019) Einen Tag nach dem tödlichen Unfall in der Cornelius-/Ecke Erhardtstraße, bei dem ein 11-jähriger Schüler auf dem Radweg von einem LKW beim Abbiegen erfasst wurde, fand am Dienstag eine Mahnwache am Unfallort statt.

Mahnwache für den verstorbenen 11-jährigen Radler., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Der strömende Regen hielt mehrere hundert Menschen nicht davon ab, am Dienstagabend von 18 bis 18:30 Uhr eine stille Mahnwache am Unfallort an der Corneliusbrücke abzuhalten. Initiiert worden war das Gedenken vom ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V.. Ein weiterer Veranstalter hat an der Unfallstelle ein weiß lackiertes Fahrrad aufgestellt: „Radfahrer — 11 Jahre — 20. Mai 2019“ steht auf einem Schild zu lesen. Das Fahrrad, das wie einige andere im Stadtbereich einen zu Tode gekommenen Radler symbolisiert, ist mit zahlreichen Blumen geschmückt, minütlich kommen mehr hinzu.

Auf dem Heimweg vom Lkw-Fahrer übersehen

Mahnwache für den verstorbenen 11-jährigen Radler., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Montag am frühen Nachmittag war der tragische Unfall passiert: Auf dem Heimweg von der Schule radelte der 11-jährige Bub vorschriftsmäßig auf dem Radweg Richtung Innenstadt, als er bei einem nach rechts abbiegenden Lkw vermutlich in den toten Winkel geriet und überfahren wurde. Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen verstarb der Schüler kurz darauf im Krankenhaus. Ziemlich genau ein Jahr zuvor war in Moosach eine Neunjährige auf ähnliche Weise ums Leben gekommen.
 

Eine Schweigeminute auf der Kreuzung

Die Glocken von St. Maximilian läuten, als die Polizei die Kreuzung Cornelius-/Erhardtstraße für kurze Zeit absperrt. Schweigend bilden mehrere hundert Menschen mit vielen bunten Regenschirmen einen Kreis auf der Kreuzung und gedenken eine Minute lang dem verunglückten Schüler. Viele Kinder in seinem Alter sind dabei, Klassenkameraden, Freunde.

Diskutiert werden gerade mehrere Ideen, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden: Zum Beispiel die pflichtweise Einführung von elektronischen Abbiegeassistenten bei Lkw (dies ist nach derzeitigem Stand erst ab 2024 der Fall), ein generelles Fahrverbot von Lastwagen in der Innenstadt oder getrennte Ampelphasen für Radfahrer und den Autoverkehr. Die Stadt ergreift auch jetzt schon konkrete Maßnahmen, um Kreuzungen zu entschärfen: so werden zum Beispiel Radwege rot eingefärbt oder Lkw dürfen nur noch die linke von zwei Rechtsabbiegespuren benutzen.

(Anette Göttlicher | muenchen.de)
 

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