The Pissoir - Neugestaltetes Denkmal am Holzplatz

Kunstprojekt "The Pissior" am Holzplatz, Foto: Marie-Lyce Plaschka
Foto: Marie-Lyce Plaschka

Mercury, Einstein und Fassbinder zieren ehemaliges Klohäuschen

(13.2.2020) Was haben Freddie Mercury, Albert Einstein und Rainer Werner Fassbinder gemeinsam? Sie alle lebten zeitweise in München im heutigen Glockenbachviertel. Nun erinnert ein Graffiti am Holzplatz-Klohäuschen an die berühmten Persönlichkeiten. Was hinter der Umgestaltung steckt, erfahrt Ihr hier...

Fassaden-Umgestaltung mit Graffiti-Köpfen

Lange hat es gedauert bis dieses Projekt vollendet werden konnte, jetzt ist es geschafft: Das denkmalgeschützte Klohäuschen am Holzplatz, an dem die Holzstraße auf die Pestalozzistraße trifft, hat nun nach Freigabe der Behörden eine neue, ganz besondere Fassade: Drei ehemalige Wahlmünchner wurden darauf verewigt – niemand Geringeres als Freddie Mercury, Albert Einstein und Rainer Werner Fassbinder. Sie zieren das dunkelgrüne Häuschen nun im Rahmen des Kunstprojekts "The Pissoir".

Drei "Gast-Isarvorstädter" wurden verewigt

Graffiti von Freddy Mercury und Rainer Werner Fassbinder, Foto: Marie-Lyce Plaschka
Foto: Marie-Lyce Plaschka

So sind die Berühmtheiten mit München verbunden

Zufällig gewählt sind die berühmten Gesichter auf der Außenseite des ehemaligen Pissoirs nicht - drei "Gast-Isarvorstädter" zieren die Wände:

  • Nobelpreisträger Albert Einstein (1879-1955) verbrachte einst seine Kindheit in München und besuchte sowohl die Petersschule am Sendlinger Tor als auch ab 1888 das Luitpoldgymnasium in der Müllerstraße.
  • Regisseur Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) entwickelte ebenfalls in der Müllerstraße im Jahre 1966 sein Konzept des Antitheaters und wohnte selbst später in der Reichenbachstraße 12.
  • Und auch Freddie Mercury (1946-1991) lebte und liebte einige Jahre in München und zeitweise im Glockenbachviertel. Der Leadsänger der Gruppe Queen wohnte zwischen 1979 und 1985 u.a. in der Pestalozzistraße direkt beim Holzplatz und kostete als berühmte, schillernde Persönlichkeit das Partyleben der Münchner Schwulenszene aus.

Initiatoren für Street-Art statt Zerfall

Graffiti von Albert Einstein in jungen Jahren, Foto: Marie-Lyce Plaschka
Foto: Marie-Lyce Plaschka

Ins Leben gerufen wurde das Konzept „The Pissoir“ von Autor und Künstler Martin Arz und Holzplatz-Wirt der Café-Bar München 72 Thomas Zufall, die sich zur künstlerischen Ausgestaltung die Streetart-Gruppe „Graphism“ mit ins Boot holten.

Bei ihrem Vorhaben, das vergessene Schmuckstück aus dem Jahr 1900 in einen Gedenkort umzuwandeln, bekamen sie Unterstützung durch den Bezirksausschuss 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Im Dezember 2019 erhielten die Initiatoren nach einer Vor-Ort-Besichtigung das Go für Ihr Projekt, wobei für die Umgestaltung zunächst abnehmbare Platten auf den denkmalgeschützten Wänden angebracht werden mussten.

Nun erstrahlt das Klohäuschen, das früher einmal am Stachus stand und später am Holzplatz als Schwulen-Treffpunkt galt, mit einem neu designten Äußeren. Betreten kann man es leider nicht. Es ist bereits seit den 1990ern für den ursprünglichen Zweck geschlossen. Dafür ist München nun um ein spannendes Fotomotiv und eine kuriose Attraktion reicher...

So entstand das Kunstwerk im öffentlichen Raum

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