Foto: Michael Hofmann

Glyptothek

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Glyptothek am Königsplatz in München: Infos zu Ausstellung und Wiedereröffnung

Glyptothek: Beeindruckende Kunst der Antike

Der Kunsttempel am Königsplatz beherbergt griechische und römische Skulpturen wie den "Barberinischen Faun" und die "Trunkene Alte" sowie Büsten, Porträts und Grabreliefs.

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

++ Nach einer Verschärfung der Coronamaßnahmen gilt für Museen derzeit die 2G-plus-Regel. Bitte informiert euch vor dem Besuch direkt beim Museum über die aktuellen Corona-Regeln. ++

Warum lohnt sich ein Besuch in der Glyptothek?

, Foto: R. Kühling, © Staatl. Antikensammlungen und Glyptothek
Foto: R. Kühling, © Staatl. Antikensammlungen und Glyptothek Ein antiker Kunsttempel mitten in München: Errichtet wurde das Gebäude von Architekt Leo von Klenze

Die Kunst-Sammlung und der Bau der Glyptothek gehen auf König Ludwig I. zurück. Errichtet wurde das Gebäude im Stil eines antiken Tempels von Architekt Leo von Klenze.

Was ist geboten? Die Glyptothek ist Münchens ältestes öffentliches Museum und das einzige Museum auf der Welt, das allein der antiken Skulptur gewidmet ist. Hier sind griechische, römische und etruskische Meisterwerke ausgestellt, wie man sie sonst nur an Orten wie Berlin, Paris, London oder New York finden kann.

Was ist das Besondere? Schon von Außen wird das Gebäude seiner Ausstellung gerecht: Die Glyptothek und ihr Innenhof wurden erst kürzlich frisch renoviert und bilden eine wunderbare Ruheoase im Stadtzentrum. Sie gehört zu den international führenden Museen für antike Kunst.

Glyptothek: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Lage: Im Kunstareal, direkt am Königsplatz
  • Museums-Kategorie: Kunst, Kultur und Archäologie
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
  • Kinderprogramm: Pädagogische Führungen, Entdeckerblätter, Ferienprogramme und ein Kindermediaguide 
  • Anfahrt: U2 oder Bus 100 bis Königsplatz
  • Parken: Parkplätze in der Umgebung sowie Karstadt Parkhaus am Hauptbahnhof
  • Glyptothek nach dem Umbau: Das ist neu

    , Foto: Michael Hofmann
    Foto: Michael Hofmann

    Auch die Arbeiten an der Außenseite der Glyptothek sind abgeschlossen. Nach der dreijährigen Sanierung (2019 - 2021) strahlt das Gebäude nun endlich wieder wie zu König Ludwigs Zeiten:

    • Die Fassade, die in der Nachkriegszeit nur notdürftig repariert worden war, wurde anhand der Originalpläne aus dem 19. Jahrhundert umfassend saniert. Unter anderem wurde so auch ihre ursprüngliche Mehrfarbigkeit wiederhergestellt.
    • Es wurde ein barrierefreier Zugang über den historischen "Königseingang" geschaffen.
    • Die sanitären Anlagen, Garderoben sowie die Haustechnik und Beleuchtung wurden erneuert.
    • Durch die Umbaumaßnahmen kommt nun auch mehr Licht in die Ausstellungssäle.

    Kunstsammlung der Glyptothek: Antike Statuen, Skulpturen und Schätze

    , Foto: R. Kühling, © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek
    Foto: R. Kühling, © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek Griechische und römische Skulpturen, Büsten, Porträts, Reliefs: Diese antiken Schätze gibt es zu entdecken

    In der Glyptothek erwarten euch Kunstwerke aus vier Epochen. Griechische und römische Statuen, Büsten, Porträts und Grabreliefs aus Marmor vom 6. Jahrhundert vor Christus bis 5. Jahrhundert nach Christus werden in der Dauerausstellung gezeigt. Dazu zählen sowohl Originale als auch römische Kopien griechischer Meisterstücke aus der archaischen, klassischen, hellenistischen und der römischen Kaiserzeit. Was ihr sehen müsst:

    • Zu den berühmtesten Exponaten zählt die „Medusa Rondanini“. Das marmorne Abbild der unheilvollen Schreckensgestalt der Medusa soll einst das Schild einer monumentalen Darstellung der Athene geziert haben, die der Bildhauer Phidias für den Parthenon schuf.
    • Bemerkenswert ist auch der "Münchner Kouros". Er ist eine typische Darstellung eines Jungmannes, also dem männlichen Gegenstück einer Jungfrau, der in der Regel nackt dargestellt wird.
    • Der Anblick der Figur die "Trunkene Alte" erweckt in vielen Besuchern den Eindruck, sie blickten wahrhaftig in das lebendige Antlitz einer alten Frau, die kniend vor ihnen sitzt.
    • Eine der wertvollsten Errungenschaften ist der 1,81 Meter hohe, schlaftrunkene Satyr. „Der Barberinische Faun“ soll 220 v. Chr. entstanden sein und sorgte bereits bei seiner Entdeckung für Aufsehen. Abgesehen davon, dass Stücke von Kopf, Bein und Händen fehlten, stellt die Skulptur seine nackte Männlichkeit besonders freizügig zur Schau.

    Neben Bildwerken, die einst zum Schmuck von Heiligtümern, öffentlichen Bauten und Plätzen sowie als Grabdenkmäler dienten, finden sich auch zahlreiche Porträts herausragender antiker Dichter, Denker und Herrscher von Homer bis Platon, von Alexander dem Großen bis zu Augustus und Marc Aurel. Ergänzt werden diese durch die Bronzefiguren, Vasenkunst und Goldschmuck in den Staatlichen Antikensammlungen.

    Führungen, Events und Kinderprogramm

    • Kostenlose Kuratorenführungen jeden Donnerstag um 18 Uhr
    • Pädagogische Führungen für Schulen und Kitas
    • Im Innenhof der Glyptothek finden jedes Jahr im Sommer (Mitte Juli bis Mitte September) Theaterspiele statt, die Zuschauer in vergangene Geschichten eintauchen lassen.
    • Für Kinder und Jugendliche bietet das Museum: Entdeckerblätter, Ferienprogramme und einen Kindermediaguide
    • Inklusive Vermittlungsangebote können angefragt werden.

    Klassizistische Architektur im Stil eines Antiken Tempels

    , Foto:  R. Kühling, © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek
    Foto: R. Kühling, © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek Die Gebäudefassade des Museums ist an griechische Tempelfronten angelehnt

    Das klassizistische Äußere der Glyptothek, das Leo von Klenze und Karl von Fischer zwischen 1816 und 1830 geschaffen haben, trägt zum imposanten Erscheinungsbild des Königsplatzes bei. Der Eingang wird von zwölf ionischen Säulen geschmückt. Darüber steht Athene, Beschützerin der plastischen Künste, umgeben von anderen Skulpturen. Die Figuren in den Nischen, darunter Prometheus oder Hephaisto, stehen für die Künste und ihre Geschichten, welche die Besucher im Innern erwarten.

    Während sich die Fassade an griechische Tempelfronten anlehnt, erinnern die Innenräume mit ihren gewölbten Decken an römische Thermen. Es sind 14 Säle, die sich um einen großen quadratischen Innenhof lagern. Ursprünglich hatten sie farbige marmorne Fußböden, farbig stuckierte Wände und Gewölbe. Die Exponate waren im Sinne eines klassizistischen Gesamtkunstwerkes weitgehend an die Wände gerückt.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde die Glyptothek bei Bombenangriffen getroffen. Die Nachkriegssanierung verantwortete der Architekt Josef Wiedemann. Er ließ die klassizistische Innendekoration entfernen und präsentierte die 1972 wiedereröffnete Glyptothek in einem vollständig neuen Ambiente mit Schlämmüberzug auf sichtbaren Ziegelwänden, mit blaugrauem Muschelkalkböden und -sockeln sowie neu eingebrachten, mächtigen Innenhoffenstern.

    Museumscafé und Shop

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    Foto: R. Kühling, © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek Eine Ruheoase mitten in der Stadt: Das Café im Innenhof der Glyptothek

    Das Café der Glyptothek gilt als echter Geheimtipp. Auf der Innenhof-Terrasse kann man sich nach dem Museumsbesuch italienischen Kaffee, Kuchen und Snacks schmecken lassen. Im Museumsshop werden Publikationen und Souvenirs angeboten.

    Eintrittspreise für Glyptothek und Antikensammlung

    • Erwachsene: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
    • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: freier Eintritt
    • Sonntags: 1 Euro

    Barrierefreiheit und Angebote für Menschen mit Behinderung

    Über den rückwärtigen Eingang hat man barrierefreien Zugang zum Museum. Ein Lift führt zum tiefergelegenen Cafébereich im Innenhof. Auch die Garderobe ist barrierefrei zugänglich.

    • Rollstuhlgerechte Toiletten: Im Gebäude gibt es Toiletten für Rollstuhlfahrer*innen.

    Geschichte der Glyptothek

    Glyptothek sitzende Menschen, Foto: Stefan Strasser
    Foto: Stefan Strasser Die Stufen vor der Glyptothek sind in München ein beliebter Treffpunkt im Sommer

    Größtenteils sind die Schätze der Glyptothek auf König Ludwig I. zurückzuführen. Ludwig I. entdeckte bereits als junger Mann seine Leidenschaft für antike Kunstwerke und erwarb mit seinem privaten Vermögen immer wertvollerer Kostbarkeiten. Seine beachtliche Sammlung griechischer und römischer Skulpturen wollte er mit der Öffentlichkeit teilen und beauftragte den Bau einer Glyptothek.

    Dafür erließ der zukünftige Herrscher strenge Vorgaben. So sollten zum Beispiel keine Fenster an den Fassaden angebracht werden. Den Auftrag erhielt der Architekt und Künstler Leo von Klenze. 1815 erschuf er einen Platz im Stile eines antiken Forums, den heutigen Königsplatz. An dessen Nordseite entstand bis 1830 die Glyptothek.

    Der bayerische König Ludwig I. wollte für sein Museum nur qualitativ hochwertige Antiken erwerben. Dass dies auch tatsächlich gelang, war ein Verdienst seines römischen Kunstagenten Johann Martin von Wagner. Der verband ein sehr gutes Auge für antike Kunst mit einer genialen wissenschaftlichen Begabung und hohem kaufmännischem Geschick. So schuf man in nur kurzer Zeit zwischen 1810 und 1820 einen Bestand an erstrangigen Skulpturen, der durch spätere Zukäufe gezielt veredelt werden konnte.

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